🐱 Paula FrĂŒhbeet

Das SchildkrötenfrĂŒhbeet "Paula" wird gern empfohlen. Meine persönliche Meinung dazu schildere ich hier

🐱 Paula FrĂŒhbeet

Das SchildkrötenfrĂŒhbeet "Paula" wird gern empfohlen. Meine persönliche Meinung dazu schildere ich hier

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Das FrĂŒhbeet Paula hat ein tolles Marketing und auf dem ersten Blick scheint es auch tatsĂ€chlich etwas Tolles zu sein. Aber leider steckt dahinter aus meiner Sicht ein schlechtes Preis-/ LeistungsverhĂ€ltnis zum Leid der Tiere, um es so mit persönlicher Meinung zu sagen.

 

  • Was als erstes auffĂ€llt, sind die dĂŒnnen Platten. Ich selbst empfehle gern 16mm starke FrĂŒhbeete, wĂŒrde aber 10mm als Mindestwert angeben mit dem Hinweis, diese nur in eher wĂ€rmeren Regionen zu verwenden. Paula hat mit seinen 8mm zwar mehr StĂ€rke als so manche Discounter Ware, aber eben dennoch halb so viel als das, was empfohlen wird. Je dĂŒnner die Platten, desto höher sind die Stromkosten, da die WĂ€rme leichter wieder verloren geht.
  • Das Schiebedach ist eine nette Spielerei, in der Schildkrötenhaltung aber findet sie keine Verwendung. Wir brauchen ein Pultdach (man kann Paula auch nach oben wie ein Pultdach öffnen), damit der automatische Fensteröffner arbeiten kann. Durch das Schiebedach hat man im Dach das Risiko, dass an den ĂŒberlappenden Stellen Regenwasser durchdringt. Man muss also aufpassen, dass in diesem Bereich kein Regen auf darunter liegende Technik tropfen kann.
  • Die PendeltĂŒr scheint praktisch, allerdings haben wir zwei Nachteile. Das eine ist, dass die PendeltĂŒr nicht von jeder Schildkröte selbst geöffnet werden kann. WĂ€hrend adulte durchaus durch marschieren können, schaffen Jungtiere es nicht, das Gewicht der TĂŒre zu ĂŒberwinden. Das zweite ist, dass um die TĂŒr nutzen zu können, das FrĂŒhbeet auf dem Boden stehen muss. Dadurch erzeugt man rund herum aufgrund der transparenten Hohlkammerplatten eine nicht-blickdichte Begrenzung, welche generell in der Schildkrötenhaltung nicht empfehlenswert ist. Stellt man das FrĂŒhbeet hingegen auf einen blickdichten Sockel, kann die TĂŒr nicht benutzt werden
  • Werfen wir einen Blick auf die GrĂ¶ĂŸe: Die GrundflĂ€che ist mit 100x75cm anfĂ€nglich durchaus ausreichend, im Vergleich zu den FrĂŒhbeeten von z.B. Beckmann jedoch deutlich kleiner, welche eine GrundflĂ€che von rund 1x1m haben. Die Höhe ist ebenfalls abweichend, ganze 10cm ist Paula niedriger. Weniger Platz fĂŒr Technik und weniger Platz fĂŒr die Entfaltung der Pflanzen.

Schauen wir uns aber die Vorteile an:

  • Das FrĂŒhbeet ist mit 8mm zwar dĂŒnn, aber es gibt Schlimmeres. Wer mit 4 oder 6mm startet, hat da wesentlich schlechtere QualitĂ€t. Das Schiebedach ist zwar unnötig und ggf. bei Regen nachteilig, aber wenn man die SchwĂ€chen kennt, darauf achtet und einen Fensteröffner einsetzt, kann man darĂŒber hinweg sehen.
  • Das Netz zum Schutz vor Vögeln ist praktisch, aber unnĂŒtz. Vögel fliegen normalerweise nicht auf so niedriger Ebene „um die Ecke“ in ein FrĂŒhbeet hinein. Zumindest nicht die Vögel, die als potenziell gefĂ€hrlich gelten. Alle anderen Feinde werden durch ein Netz nicht abgehalten. Aber es schadet natĂŒrlich nicht, das Netz einzusetzen und den Zugang fĂŒr Feinde zumindest zu erschweren.
  • Die TĂŒr ist wie gesagt nicht ideal, wenn man aber einen Stock drunter platziert, die TĂŒr tagsĂŒber somit durchgehend offen hĂ€lt und Durchzug mit Lamellen mindert, ist die TĂŒr ganz praktisch. Mit Materialien wie z.B. Schneckenzaun kann man das FrĂŒhbeet im Sichtbereich blickdicht gestalten. Der Bau eines Sockels bleibt allerdings nicht erspart, da der unterirdische Schutz vonnöten bleibt.
  • Der Hersteller wirbt damit, dass er eine Sonderanfertigung fĂŒr Alltop hat (normalerweise hat Alltop breitere und dickere Stege). Ob das FrĂŒhbeet wirklich so viel UV Licht durch lĂ€sst, kann ich mir nicht vorstellen, will es aber auch nicht abstreiten.

Somit kann man sagen, dass das FrĂŒhbeet durchaus seine Berechtigung. Ob es dauerhaft glĂŒcklich macht, ist sicherlich eine Frage des Energieverbrauchs und allgemein, wie man damit zurecht kommt, was man braucht, möchte, worauf man Wert legt und worauf man verzichten kann. Es gibt durchaus einige Halter, die voll zufrieden sind, aber eben auch das Gegenteil, die den Kauf bereut haben. Ich wĂŒrde sagen, die Zahl der geschĂ€tzten RĂŒckmeldungen liegen bei etwa 30:70 von denen, die zufrieden sind vs. denen, die lieber in etwas Besseres investiert hĂ€tten, auch wenn die Amazon & Co. Bewertungen anders ausschauen.

 

Werfen wir zu guter letzt einen Blick auf den Preis:

Mit 240-270€ ist das FrĂŒhbeet nicht gerade gĂŒnstig. Von einer „Übergangslösung“ wird man daher wohl eher nicht sprechen, sondern plant durchaus, das FrĂŒhbeet lĂ€nger in Gebrauch zu haben. Und genau darin sehe ich das Problem. FĂŒr 50-100 € wĂŒrde ich durchaus sagen, dass jemand, der ein kleines Budget hat, durchaus damit starten kann und irgendwann spĂ€ter auf ein gutes umsteigt. Hier aber startet man in Ă€hnlicher Preisklasse wie das zuvor verglichene Beckmann FrĂŒhbeet, welches zwar keine TĂŒr hat, aber mit 16mm doppelt so dick ist, 10cm höher und 25cm breiter. Und das, fĂŒr einen Preis von 345€. Zum Beckmann FrĂŒhbeet

Meine persönliche Meinung daher:

Wer ein Budget von rund 250€ hat, sollte sein Geld nicht bei Paula lassen, sondern woanders ist es besser aufgehoben. Soli Animalis wĂ€re ebenfalls eine empfehlenswerte Alternative, dies gibt’s auch mit TĂŒr  und blickdichten Sockel.

 

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Reich ist man nicht durch Besitz, sondern durch das, was man mit WĂŒrde zu entbehren weiß. 

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