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Was kostet der Weltfrieden?

Jeder möchte eine bessere Welt. Nur wenige sind sich jedoch bewusst darüber, welchen Preis sie mit ihrem Handeln bezahlen (lassen).

Was kostet der Weltfrieden?

Jeder möchte eine bessere Welt. Nur wenige sind sich jedoch bewusst darüber, welchen Preis sie mit ihrem Handeln bezahlen (lassen).

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Wir alle wünschen uns Frieden auf der Welt, Liebe, Respekt, Wertschätzung, Potenzialentfaltung und Freiheit. Die Sehnsucht nach Frieden für die gesamte Welt verbindet uns. Und jeder hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie man diesen Frieden erreichen kann. Viele davon helfen mit, dies zu erreichen. Natürlich sind wir uns bewusst darüber, dass wir nicht die gesamte Welt beeinflussen oder retten können, aber jeder hat im Rahmen seiner Möglichkeiten gewisse Einflüsse auf sich und sein Umfeld. Wir wissen eigentlich alle, dass wir die gleichen Werte haben und doch fällt es sehr vielen schwer, diese eigens festgelegten Werte tatsächlich umzusetzen. Denn “einfach so” etwas gut zu machen bedeutet, dass es nicht nur einem selbst gut tut, sondern auch dem, dem es nützen soll. Wir haben jedoch den Blick dafür verloren, dass vieles davon seinen Preis hat. Oftmals sogar sehr hohe Preise. Und ich spreche hierbei nicht von Geld. Die Preise bewegen sich auf anderer Ebene, insbesondere auf seelischer. 

Ich spreche hier nun nicht von jenen, welche einfach in ihrem Alltag warten und die Friedensarbeit anderen überlassen, sondern von jenen, die aktiv sich für die unterschiedlichsten Formen der Veränderung einsetzen.

Wir wissen, dass regionale Lebensmittel besser für die Umwelt sind als aus fernen Ländern importiert. Doch bei der Bewertung der Einkaufsverhalten anderer Menschen verschließen wir die Augen vor ihren Beweggründen. Wir sehen gar nicht, dass eine alleinerziehende Mutter aus finanziellen Sorgen sich die heimischen Erdbeeren nicht leisten kann und daher auf die günstigen aus Spanien zurück greift, damit das Kind überhaupt ein wenig Obst auf dem Tisch hat. Durch unsere voreilige Belehrung merken wir gar nicht, wie sehr die Belehrung und Wertung der eh schon traurigen Seele schadet. 

Oder wir besuchen jemanden, die Person begrüßt uns mit “tut mir Leid, dass es heute nicht so ordentlich ist” und wir antworten mit “Ach kein Problem, das kenne ich”. Wir zeigen Verständnis, aber am anderen Tage, bei Gesprächen mit unseren Freunden, berichten wir erschrocken über die Unordnung dieses Menschen, wodurch sich eine leichte, nicht unbedingt bewusste, Abneigung ihm gegenüber entwickelt, dessen Ausstrahlung wiederum zurück an die eh schon verzweifelte Person kommt, die eigentlich gern ordentlicher wäre, dies jedoch -warum auch immer- gerade nicht kann.

Wir sehen im Restaurant ein Kind schimpfen und meckern. Wie aggressiv die Eltern darauf reagieren, löst bei uns regelrechtes Unverständnis aus. Wir urteilen, meist gegenüber anderer Menschen, über diese Familie, obwohl wir sie nicht kennen. Wer weiß, welche Sorgen sie belasten, weshalb heute einfach der Geduldsfaden gerissen ist.

Wir sehen in den Nachrichten Krieg zwischen zwei Ländern. Die einen glauben den Nachrichten, die anderen nicht. Je nachdem wem man Glauben schenkt, so entwickelt man eine Abneigung gegenüber der Nationalität, welche gerade die schlechte Seite darstellt. Menschen, welche uns im Alltag begegnen, spüren von uns genau diese Abneigung, obwohl sie überhaupt nichts mit den Kriegen oder der dortigen Politik zu tun haben.

Wir diskutieren im Internet darüber, dass wir uns gegen Rassismus aussprechen wollen. Und dabei merken wir gar nicht, wie sehr wir genau das tun wie bei dem eben benannten Beispiel des Krieges.

Nicht zu vergessen die Arbeiter. Könnte ich ein Unwort des Jahres nennen bzw. einen Satz, dann würde dieser lauten “Ich mache nur meinen Job”. Wie viel Schaden richtest du mit deinem Job an, wie viel Leid, Verschwendung oder Ungerechtigkeit wird durch dein Handeln in die Tat umgesetzt?
Oder da sind jene, welche sich genau solchen Jobs entzogen haben, doch dann hagelt es Bewertungen wie “Geld muss durch harte Arbeit verdient werden”.
Warum maßt man sich an, über das Einkommen anderer zu urteilen? Was ist so schwer daran, einfach mal den Mund zu halten, wenn man nichts Nettes zu sagen hat, insbesondere wenn die aufgezwungene Meinung weder der Wahrheit entspricht noch lösungsorientiert ist?

Wir diskutieren darüber, dass wir Menschen nicht aufgrund ihrer Religion ausschließen sollten und merken dabei gar nicht, dass wir plötzlich Menschen ausschließen. Und zwar nicht wegen ihrer Religion, sondern weil wir glauben, diese Menschen könnten etwas gegen andere Religionen haben. Eine Vermutung sorgt dafür, dass wir Menschen ausschließen, obwohl wir genau diesen Ausschluss verhindern wollen.

Wir gründen Gemeinschaften unter dem Vorwand, gemeinsam zu leben, zu lachen, zu helfen, zuzuhören, uns zu respektieren, wertzuschätzen und gut zu tun. Und dabei merken wir gar nicht, wie sehr wir durch unsere eigene Erwartung einer perfekten Gemeinschaft genau dieses harmonische Zusammenleben stören, wir wollen unsere Lebensweise anderen aufzwängen. Wir merken gar nicht, dass unsere Sehnsucht nach Verbundenheit genau dieser im Wege steht, weil wir uns davor verschließen, andere Lebensweisen zu akzeptieren, andere Menschen so sein zu lassen, wie sie sind.

Wir erwarten, dass andere uns helfen. Da gibt es jemanden, welcher viel Platz in seinem Haus hat, jedoch genau diesen Raum für sich braucht. Und dann gibt es jene Menschen, die dies nicht akzeptieren, sondern meinen, diese räumliche Leere mit ihrem Dasein füllen zu können. Wir merken gar nicht, dass durch die aufdringliche Art, ein Zusammenleben durchsetzen zu wollen, wir die wahren Bedürfnisse des anderen ignorieren.

Und dann gibt es auch die andere Seite. Menschen, welche nicht nur dem Schein nach helfen, sondern es tatsächlich tun. Das sogenannte Helfersyndrom ist allgegenwärtig. Ein Übermaß an Empathie sorgt dafür, dass diese Menschen so viel geben, dass sie am Ende sich selbst schaden. Die dadurch geheilten Menschen ziehen zwar weiter, doch übrig bleibt der Helfende, welcher ausgesaugt wurde und so viel Energie, Materie oder Finanzen verloren hat, dass er nicht mehr weiter weiß. 

Was wir oftmals zusätzlich vernachlässigen, ist der Blick dafür, wie die jeweils betroffene Person nun weiter lebt. Diese verletzte Persönlichkeit strahlt dies nun aus. Sie trägt es nach Hause zur Familie, zu Freunden, auf die Arbeit. Und dann wiederum beschweren wir uns, dass die Kinder nicht dem Ideal entsprechen, wie es die Gesellschaft gern hätte, weil wir verdrängen, wie sehr wir die Eltern verletzten und energetisch ausbluten ließen. Und diese Kinder wiederum tragen es in die Schule, wo wiederum die Lehrer eventuell Behörden einschalten, weil sie das Kindeswohl glauben, gefährdet zu sehen.

Und wie sieht es aus, wenn jemand Gerüchte hört? Viel zu oft kommt es vor, dass Freundschaften, Familien, Ehen, gute Nachbarschaften und vieles mehr dadurch zerstört wurden, dass man auf Gerüchte anderer gehört hat, obwohl man selbst die Menschen nicht kannte oder, wenn doch, bisher eigentlich vom Positiven überzeugt war. Warum legen wir so viel Wert auf Fremdmeinungen über Dritte, statt dass wir Wert auf den DIREKTEN Gegenüber legen? Ist es nicht viel wichtiger, wie sich dein Gegenüber zu DIR verhält, statt welche Probleme andere mit ihm haben, wo du noch nicht einmal die Wahrheit davon überprüfen kannst? 

Diese Problematik wird dadurch verschärft, dass kaum einer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Bei der Arbeit sagt man “Der Chef will das so”, in der Schule sagen wir “Die Lehrer haben aber gesagt”, bei Schwangerschaft soll der Arzt sagen, wie es dem Baby geht, bei traurigen Kindern soll ein Psychologe her, und wenn man selbst etwas verbockt hat, dann sagt man einfach “Ich bin ein Spiegel von dir, du hast dir deine Realität selbst geschaffen”.
Kaum einer übernimmt Verantwortung und sagt “Ich habe nochmal nachgedacht und gemerkt, dass mein verhalten nicht in Ordnung, war, es tut mir Leid”. 

Es gibt derart viele Beispiele, für die Art, wie wir die Welt verbessern wollen, immer auch seine Schattenseiten mit sich bringt. Zum Problem wird es allerdings dann, wenn der Preis zu hoch ist. Und der Preis ist verdammt oft verdammt hoch. Was nützt es, wenn ich anderen helfe, dabei jedoch selbst zugrunde gehe? Was nützt es, wenn ich andere beschimpfe, wo sie eigentlich selbst Hilfe bräuchten? Was nützt es, wenn ich schlecht ÜBER andere rede, statt MIT ihnen? Was nützt es, wenn ich bestens informiert bin über die Politik auf einem anderen Kontinent, wenn ich nicht weiß, wie eigentlich meine Nachbarn heißen? Warum zwingen wir anderen unsere Meinung auf, wenn dieser voll zufrieden mit sich und seiner Situation ist? Wir haben einfach das Problem, dass wir zu wenig über die Konsequenzen nachdenken. Und damit meine ich nicht die, welche der Verstand oder die gesellschaftliche Erwartung behauptet. Ich meine damit, welche seelischen Wunden wir eigentlich durch unser Handeln aufreißen und in diese Wunden immer und immer wieder Salz hinein streuen. Wir wollen die Welt verbessern, zeitgleich nimmt Spaltung, Hetze, Diskriminierung, Mobbing, Lästern, Rassismus und was es sonst so alles gibt, rasant zu. Verantwortlich sind bekanntlich immer “die anderen”. Wenn wir alle für Weltfrieden sind, wo ist denn der Weltfrieden? Wo sind denn die Menschen, die bei Ungerechtigkeit aufstehen? Ich meine damit nicht, dass man zur Demo auf die Straße geht. Ich meine damit, dass jemand, als Beispiel, lieber mit dem Smartphone auf das Geschehen zeigt und dies veröffentlicht, um sich mit Likes zu schmücken, statt das Handy weg zu legen und selbst zu handeln? Wir reden immer nur davon, ins Tun zu kommen. In Wahrheit aber schaden wir uns alle gegenseitig. Wie viele werden diese Texte nun lesen oder hören und dabei sagen “Oh ja, wie wahr” und merken dabei gar nicht, dass sie wiederholt die Schuld bei anderen sehen und nicht bei sich selbst?

Ich möchte an dieser Stelle appellieren, den Frieden zu wahren, jedoch eine gute Balance zu dem Schaden zu haben, welcher dadurch entsteht. Helfen gut und schön, aber überlege dir gut, ob das, was bzw. wie du was verändern möchtest, wirklich zur Verbesserung bei trägt.

 

Nutze deine Zeit, um bewusst darüber nachzudenken. Sei ein BewusstSEINsHeld, indem du dir deinen Taten und seinen Folgen bewusst bist und aus dem jeweils aktuellen Moment das bestmögliche umsetzt, … und jeden Tag in deinen gegenwärtigen Möglichkeiten optimierst zum Wohle des Ganzen mit der Fähigkeit, selbst Verantwortung zu übernehmen. Vernachlässige weder dich noch andere. Schaffe eine gesunde Balance, um tatsächlich die Veränderung zu sein, die du sehen willst.

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Reich ist man nicht durch Besitz, sondern durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß. 

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