Wie man sich schöne Momente kaputt denkt

Wie man sich schöne Momente kaputt denkt

Wir wollen besser werden, doch ist unsere Denk- und Verhaltsweise wirklich zum Wohle des Ganzen?

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Viele von uns kennen die Momente aus der Kindheit. Die große Vorfreude auf Ostern. Mit großer Begeisterung sehnen wir uns den Tag herbei, wünschen uns schönes Wetter und sind voller Begeisterung dabei, im Haus oder im Garten auf Suche zu gehen. Wir suchten Schokoladeneier, Süßigkeiten oder auch kleine Geschenke. 

Auch zu Nikolaus warten wir voller Spannung auf den Moment, die Augen am Morgen zu öffnen und noch völlig verschlafen in Pyjama und trotzdem hellwach zu schauen, was sich da im Stiefel versteckt hat, nachdem wir versuchten, jedem Geräusch in der Nacht zu lauschen, um den Nikolaus zu erwischen.

 

Das große Highlight des Jahres war die Weihnachtszeit, die meisten von uns liebten es, zu dekorieren, die Kerzen auf dem Adventskranz zu entzünden, den Tannenbaum zu schmücken und am Tage des Heilig Abends zu raten, was sich wohl unter dem Geschenkpapier verbergen mag.

Und außerhalb all dieser besonderen Tage machen wir uns in vielen anderen Momenten das Leben ein wenig schöner. An Schlechtwettertagen saßen wir mit warmen Kakao mit der Familie auf dem Sofa und schauten gespannt die Disneyfilme. Wir haben uns Kleidung gewünscht, welche uns einfach gut gefallen hat und wir haben gegessen, was geschmeckt hat.

Und heute? Heute sind wir erwachsen und “vernünftig” geworden. Wir wollen eine bessere Persönlichkeit sein als das naive Kind, welches sich keine Gedanken über Konsum, Farben, Herkunft, Bedeutung und Symbolen gemacht hat. Wir schauen ganz genau, wie die Lebensmittel produziert wurden und achten somit auf Herkunft. Wir kennen die Bedeutung von Symbolen und meiden die Verwendung schlechter Symbolik. Wir wissen, wer den roten Weihnachtsmann erfunden hat und sind im Glauben, Disney sei ein satanisches Unternehmen, weshalb solche Filme nicht mehr ins Haus kommen. Amazon ist bekannt für seine miserablen Arbeitsbedingungen, weshalb wir auf andere Shops ausweichen. Wir meinen zu wissen, welch schlimme Vorgeschichte ein geschmückter Tannenbaum hat und meiden dies ebenso wie die gruselige Zeit rund um Halloween. Außerdem halten wir Ausschau danach, wer welche Wörter benutzt, wer welche Symbolik verwendet, wer sich wie ernährt, wer welche Filme schaut und wer welche Traditionen wie lebt. Wir nehmen Abstand, wenn wir glauben, er täte dies aus negativen Beweggründen. Wir hinterlassen bei YouTube & Co. negative Kommentare, statt einfach Kanäle, welche nicht zu uns passen, zu deabonnieren. 

 

Und in all diesen Wahn, eine bessere Welt zu erschaffen, merken wir gar nicht, wie sehr wir nicht nur andere ausschließen und auf kleine, oftmals unbewusste, Praktiken abwerten. Wir merken auch gar nicht, wie wir selbst uns das Leben damit schwer machen, obwohl wir es doch eigentlich besser und leichter machen wollten.

Unsere Lieblingsfilme, verbunden mit schönen Kindheitserinnerungen, werden aufgrund heutigen Wissens abgelehnt. Kinder sollen auf den Weihnachtsmann verzichten und in guter Absicht merken wir gar nicht, wie sehr wir so manche Kinder damit eigentlich traurig machen. Wir verzichten auf Farbkombinationen, obwohl uns diese vorher gefallen haben. Wir meiden Milchprodukte im Glauben, unserem Körper damit Gutes zu tun und merken dabei gar nicht, dass der künstliche Käse eigentlich gar nicht besser ist. Wir greifen auf Studentenfutter zurück und verlernen dabei, dass der bewusste Genuss auch seine schönen Seiten hat. Wir beschweren uns über die misslungene Permakultur, statt uns über die Ernte zu freuen. Wir sehen in schwarz gekleideten Menschen eine schlechte Persönlichkeit, ohne bereit zu sein, den wahren Charakter kennen zu lernen.
Statt einfach bei einem sog. Kaffeeklatsch sich über “Gott und die Welt” zu unterhalten sind wir auf ständiger Fehlersuche beim Gegenüber und alles um uns herum, was er sagt, wie er sich kleidet, was er verzehrt, welche Blumen um uns herum wachsen, ob sein Schmuck echt ist, welche Musik läuft usw. Beim Spaziergang durch den Wald beschweren wir uns über die Abholzung der Bäume, statt uns auf die lebendigen zu konzentrieren und den Spaziergang somit zu genießen.

 

In all diesem Perfektionismus verlieren wir die Gelassenheit, Lebensfreude und die Suche nach Positiven und merken gar nicht, dass diese Fehlersuche kaum etwas verbessert, sondern vielmehr sich vieles verschlechtert. Wir merken gar nicht, wie unsere tiefe Lust auf das Gute uns eigentlich genau davon entfernt. Statt uns auf das Positive zu konzentrieren, sind wir auf ständiger Fehlersuche. Wir merken gar nicht, wie sehr diese Fehlersuche nicht nur uns selbst einschränkt, sondern auch Misstrauen und Respektlosigkeit anderen gegenüber die Folge ist. In stetigem Misstrauen spalten wir uns voneinander ab, statt in Gemeinschaft uns gegenseitig zu unterstützen. In stetigem Misstrauen verlernen wir, einfach mal bei einem guten Spielfilm die Zeit oder in einem Café mit der besten Freundin ein Stück Kuchen bewusst zu genießen. In ewigem Perfektionismus nach dem perfekten Permakulturbeet, entsteht oftmals gar nichts in diese Richtung. Im Perfektionismus nach perfekter Atmung verlernen wir, einfach ganz natürlich zu atmen, wie es unser Körper gerade für richtig hält. Statt sich über die Begrüßung eines Fremden zu freuen, denken wir über den negativen Ursprung des Wortes “hallo” nach. Statt die neue Frisur eines Bekannten zu bewundern, bewerten wir eine schlechte Symbolik auf seinem Shirt. Statt die positiven Arbeiten eines Vereins wertzuschätzen, bewerten wir lieber die Art der Einnahmen als negativ. Statt uns mit dem wahren Ursprung von Weihnachten vertraut zu machen, legen wir den Fokus auf all jene, welche diese Tage für ihre Zwecke missbraucht haben. Wir verlernen immer mehr, einfach mal im Jetzt zu leben, das vorhandene zu schätzen und das Beste aus der jetzigen Situation zu machen. Wie wäre es, wenn wir im Wald einen Baum mit Äpfeln schmücken für die Tiere, statt uns ständig über die toten Bäume im Haus aufzuregen? Wie wäre es, an Halloween die Beweggründe zu erfahren von all jenen, welche sich gruselig schminken statt pauschal jeden, der dies tut, eine böse Seele zu unterstellen? Wie wäre es, wenn wir statt auf Milch zu verzichten, einfach einen guten Bio Bauern direkt aufsuchen und die Rohmilch vor Ort abholen, wo wir wissen, dass die Kälber weiterhin bei der Mutter sein dürfen? Wie wäre es, wenn wir die Menschen als Gesamtbild sehen, statt auf der ständigen Fehlersuche diesen abzuwerten oder auf Gerüchte Dritter zu hören?

 

Möchtest du die Welt zu einem besseren Ort machen?
Dann höre auf, ständig nach Fehlern zu suchen ganz gleich ob bei dir, bei anderen, im Film oder in der realen Welt. Fokussiere dich auf das Gute und investiere deine Energie genau dorthin. Sei ein BewusstSEINsHeld, indem du dir zwar von Geschichte, Farben, Symbolen und Traditionen bewusst bist, jedoch nicht den Teufel an die Wand malst, sondern daraus das Positive umsetzt zu den gegenwärtigen Möglichkeiten zum Wohle des Ganzen. Es nützt niemanden etwas, durch die Schwarz Weiß Malerei die Welt verbessern zu wollen, dabei jedoch eigentlich selbst zu leiden und sich von anderen abspalten. Sei du die wahre Veränderung, welche du sehen willst. Wir verpassen viele wertvolle Momente, Gemeinsamkeiten, Chancen und Wunder, wenn wir uns davor verschließen. Öffnen wir uns für die unendliche Fülle und Lebensfreude in der Welt und lassen dies in Frieden und Liebe durch uns hindurch fließen, um es weiter zu tragen in Familie, Freunde und in die Welt.

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Reich ist man nicht durch Besitz, sondern durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß. 

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